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Waldklimafonds Themennachmittage

Online-Seminare

Vortragende

 

Referierende aus den WKF-Projekten

Dr. Hilke Schröder - Johann Heinrich von Thünen-Institut

Verbundvorhaben: „Anpassungspotential von Eichen an biotischen und abiotischen Stress im Rahmen des Klimawandels (Survivor-Oaks)“
[2220WK09A4]

Zum Projekt:
Das Projekt Survivor Oaks hat das Ziel, für den Wald der Zukunft Klima-angepasste Stieleichen zur Verfügung zu stellen, die sich durch erhöhte Toleranz gegen Klimawandel-relevante biotische und abiotische Stressoren auszeichnen. Hier sind insbesondere molekulare Analysen zu Herbivorie- und Trockentoleranz sowie Mehltau-Bonituren von Bedeutung. Damit möchte das Projekt nicht nur dazu beitragen, zukünftige waldbauliche Empfehlungen zu erarbeiten, sondern auch geeignetes Pflanzenmaterial für die Züchtung zur Verfügung stellen.

Katja Liedel - Technische Universität Dresden

„Phytopathogene Pilze in der forstlichen Pflanzenzucht - Entwicklung von Schnelltests zur Qualitätssicherung bei der Forstpflanzenproduktion und Bereitstellung von leistungsstarkem Saat- und Pflanzgut (SeedProtect)“ [2220WK06X4]

Zum Projekt:
Schäden und Ausfälle im Baumbestand durch die pflanzenschädigende Wirkung diverser Pilzarten stellen ein ernstzunehmendes Problem der Forstwirtschaft dar. Um dem entgegenzuwirken und phytopathogene Pilze bereits im Saatgut identifizieren zu können, entwickeln wir im Rahmen von SeedProtect DNA-basierte Schnelltestverfahren, die Schaderreger der Kiefer (D. sapinea, L. seditiosum, F. circinatum) zuverlässig detektieren können. Zudem führen wir in Zusammenarbeit mit forstlichen Behörden und Versuchsanstalten Saatgutscreenings durch, um die aktuelle Verbreitung phytopathogener Pilze in Samenplantagen zu analysieren.

Dr. Pascal Eusemann - Johann Heinrich von Thünen-Institut

Verbundvorhaben: „Forschungsschwerpunkt Genetik und Dendroökologie der Rotbuche - Trockenstress, In-vitro-Kultur und Genomik (BucheTIG)“ [2219WK60A4]

Zum Projekt:
Aufgrund ihrer herausragenden ökonomischen und ökologischen Bedeutung für die Waldökosysteme in Deutschland kommt der Rotbuche bei der Erforschung der Angepasstheit und der Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel ein besonderer Stellenwert zu. Im Projekt BucheTIG untersuchen wir den Einfluss von Genetik und Umwelt auf die Trockenstresstoleranz und evaluieren das Wachstum europaweiter Herkünfte in Deutschland. Wir analysieren die genetische Grundlage anpassungsrelevanter Merkmale und stellen Ressourcen zur Unterstützung der forstlichen Forschung und der züchterischen Bearbeitung der Buche bereit.

 

Diskussionsteilnehmende aus der Praxis

Dr. Christian Kölling - Bayerisches AELF Fürth-Uffenheim

Statement
Die Anpassung der Wälder wird zum drängenden Praxisproblem. Im Bereich der Forstpflanzenzüchtung hat man einen besonders langen Vorlauf, bis praxisreife Lösungen zur Verfügung gestellt werden können. Um am Ende des Jahrhunderts angepasste Wälder zu haben, müsste man jedoch schon jetzt mit fertig entwickelten Lösungen aufwarten und diese in den Wäldern implementieren. Was wir für die Anpassung dringend benötigen, sind keine neuen Züchtungen, sondern angepasstes vielfältiges Vermehrungsgut aus den klimatischen Zwillingsregionen.

Prof. Dr. Doris Krabel – NABU Waldinstitut

Statement
Im Vergleich zur Landwirtschaft beschränkt sich konventionelle Züchtung im Forst nur auf wenige Baumarten. Dies ist u.a. bedingt durch die physiologische, morphologische und genetische Komplexität dieser langlebigen Organismen.Da wir die Entwicklung der Umweltbedingungen für langlebige Bäume meist nicht voraussagen können, ist es kaum sinnvoll, gezielt bestimmte Merkmale jenseits klassischer Holzeigenschaften züchterisch zu bearbeiten. In Bezug auf Umweltbedingungen hat die Streuung des Risikos auf viele unterschiedliche Genotypen die größte Chance, ein Überleben der heimischen Baumarten zu sichern.